Kategorie: Verbraucherrechte

Flugstornierungen

Jetzt Fluggastrechte wahrnehmen

Die Zahl der Verspätungen und Flugstornierungen schnellt derzeit in die Höhe. Allen voran streicht die Lufthansa derzeit aus Personalmangel eine Unzahl von Flügen. Stundenlange Verspätungen sind an der Tagesordnung, obwohl die Schulferien noch garnicht begonnen haben. Ab dem 7.7.2022 werden die Zahlen wahrscheinlich erneut ansteigen.

Die Optionen

Wird Ihr Flug storniert wurde oder hat eine Verspätung, haben Sie ggfs. Ansprüche auf Schadenersatzleistung aus der EU Verordnung 261/04. Dies immer dann, wenn der Flug von einer Fluggesellschaft aus einem EU Land durchgeführt wird, oder von einem EU Flughafen abgeht. Sofern es sich um eine Fluggesellschaft aus dem aussereuropäischen Raum handelt, gilt letzteres jedoch nur für den abgehenden Hinflug. Verspätungen beim Rückflug sind dann nicht durch die EU Verordnung gedeckt.

Sie können natürlich selbst versuchen, Ihre Ausgleichsleistungen bei der Fluggesellschaft geltend zu machen. In der Regel landen Sie in endlosen Warteschleifen. Auf Schreiben wird nicht reagiert, bzw. nicht reguliert. Leider gehört auch mittlerweile die Lufthansa, neben den üblichen Verdächtigen wie Ryanair oder Sun Express, zu den schwarzen Schafen, was die Regulierung von Ansprüchen aus Verspätungen oder Stornierungen anbetrifft.

Sie können Sich an ein Fluggastportal wenden. Die übernehmen die Abwicklung mit der Airline. Ein Kostenrisiko übernimmt das Fluggastportal. Dies aber lassen sich die Portale relativ teuer bezahlen. Sie erhalten nur rund 60 – 70 % des Ihnen zustehenden Betrages. Die Fluggastportale prüfen jeden Einzelfall im Vorwege. Aussichtslose Fälle werden erst garnicht übernommen. Im Klartext heisst das, Sie geben bis zu 40 % Ihres Anspruchs ab, obwohl Sie unter Zuhilfenahme eines Anwalts 100 % bekommen hätten.

Sie können Sich an einen Anwalt für Reiserecht wenden. Der wird Ihre Ansprüche bei der Airline geltend machen und ebenso wie die Fluggastrechteportale zunächst auf die Erfolgsaussichten prüfen. Ist Ihr Anspruch berechtigt, erhalten Sie die volle Entschädigungssumme und die Anwaltskosten muss die Fluggesellschaft übernehmen.

Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, stellt sich die Frage garnicht. Sie müssen einen Anwalt einschalten. Alles andere ist verschenktes Geld.

Reiserechtsanwälte sind rar gesäht, da die Honorare bei solchen Verfahren relativ niedrig sind. Wir führen solche Verfahren seit Jahren für unsere Mandanten durch. Wir haben erfolgreich gegen Ryan Air, Condor, Katar Airways, Ethidad, Sun Express und viele andere Gesellschaften, aber auch gegen Reiseveranstalter wie TUI, Schauinslandreisen u.a. Ansprüche unserer Mandanten durchgesetzt.

Sprechen Sie zunächst mit uns, bevor Sie Geld verschenken.

Neue Kennzeichen für E-Fahräder und viele mehr

Ab 1. März gelten neue Versicherungskennzeichen

Unter anderem für Roller, Mofas und Mopeds gilt ab 1. März ein neues Versicherungsjahr. Ab dem Stichtag ist nur noch das neue grüne Kennzeichen gültig. Wer dann noch mit dem alten blauen fährt, macht sich strafbar und genießt keinen Versicherungsschutz, informiert der Bund der Versicherten (BdV).

Auch einige E-Bikes und sogenannte Elektrokleinstfahrzeuge wie E-Scooter müssen eine Kfz-Haftpflichtversicherung und ein Kennzeichen haben. Die Kennzeichen bekommt man direkt beim Versicherer. Bei den jeweils immer bis Ende Februar gültigen Kennzeichen wechselt die Farbe jährlich zwischen Schwarz, Blau und Grün.

S-Pedelec, Pedelec und Ebike – Der Unterschied

Im Allgemeinen wird jedes Fahrrade mit Elektromotor als E-Bike bezeichnet.

Nur das S-Pedelec benötigt ein Versicherungskennzeichen, da es bis zu 45 km/h schnell ist. Zusätzlich gilt Helm Pflicht und es darf nur auf der Straße gefahren werden. Radwege sind tabu.

Nur mit dem eigenen Gutachter

Nur nur mit dem eigenen Gutachter

 

Kein Bonus für Entgegenkommen

 

Immer wieder versuchen Versicherungen Unfallgeschädigte zur eigenen Abwicklung ohne anwaltliche Hilfe zu überreden. Gleiches gilt für die Wahl des Sachverständigen Gutachters.

Glauben Sie uns, es gibt dafür keinen Bonus bei der gegnerischen Haftpflichtversicherung. Hinter der Zusicherung einer reibungslosen Abwicklung , steckt meistens eine Hinterlist der Versicherer.

Grundsätzlich sollten Sie immer auf einen eigenen Gutachter oder den von Ihrem Anwalt empfohlenen Gutachter bestehen. Die Kosten müssen, sofern Sie am Unfall keine Schuld tragen, immer von der gegnerischen Versicherung übernommen werden. Gleiches gilt übrigens auch für die Kosten des von Ihnen eingeschalteten Rechtsanwalts.

Versicherungen schicken schon deshalb gerne Ihre eigenen Gutachter, weil diese mit der Versicherung geringere Gebühren abrechnen und sich an Preisvorgaben der Versicherung bezüglich der Reparaturkosten halten. Positionen wie Wertminderung oder Restwerte fallen bei einem unabhängigen Gutachter mit großer Wahrscheinlichkeit höher aus.

Am Ende sparen die Versicherungen bei solchen entgegenkommenden Geschädigten leicht 20 bis 25 % der Schadenregulierung ein.

Der Trick mit der Nachbesichtigung

Immer häufiger kommt es vor, dass die gegnerische Versicherung eine Nachbesichtigung wünscht. Es ist ein Wunsch, dem Sie nicht zwingend zustimmen müssen. Verweigern Sie aber die Nachbesichtigung, wird mit großer Wahrscheinlichkeit die Schadenregulierung aussergerichtlich nicht stattfinden. 

Grundsätzlich muss die Versicherung den Wunsch zu Nachbesichtigung begründen. Das bedeutet, dass Sie berechtigte Zweifel an der Höhe des von Ihnen vorgelegten Schadensgutachten hat, oder die vorgelegten Bilder des Schadens ggfs. mit dem von Ihnen oder dem Unfallgegner geschilderten Unfallhergang nicht in Einklang zu bringen ist.

Sie sollten, falls Sie von der Versicherung wegen einer Nachbegutachtung kontaktiert werden, immer Ihren Gutachter und bestenfalls auch Ihren Anwalt informieren. 

Diese können wesentlich besser beurteilen, ob die Anwesenheit Ihres Gutachters bei der Nachbesichtigung sinnvoll ist.

Hintergrund einer solchen Nachbesichtigung ist immer die Reduzierung der Schadensumme!

Keine Pflicht zur Inanspruchnahme der Kaskoversicherung

..auch ein Kredit muss nicht aufgenommen werden.

Das OLG München stellt sich auf die Seite der Unfallgeschädigten und sieht keine Pflicht des Geschädigten zur Geringhaltung des Schadens einen Kredit oder die eigene Kaskoversicherung in Anspruch zu nehmen.

Dies gilt zumindest dann, wenn der Schädiger die alleinige Schuld an dem Unfall trägt. Lediglich im Falle einer Teilschuld, wenn dann der Verlust an Schadenfreiheitsrabatt einen kleineren Betrag ergibt als der quotal selbst zu tragende Schadenanteil, könne die Inanspruchnahme der Vollkaskoversicherung doch zumutbar sein . (OLG München, Urteil vom 27.05.2020, Az. 10 U 6795/19).

Sollte der unfallgegnerische Haftpflichtversicherer zuviel Zeit benötigen um den Schaden zu regulieren und der Geschädigte hat diesen darauf Aufmerksam gemacht, dass er die Reparatur nicht vorfinanzieren kann, muss der Versicherer auch den Ausfallschaden tragen, wenn dieser über die kalkulierte Reparaturzeit hinausgeht. Im vorliegenden Fall waren es 105 Tage Nutzungsausfall, die der Versicherer zahlen musste.

Eine Kreditaufnahme ist nur im Ausnahmefall zumutbar, wenn durch diese der Geschädigte nicht wirtschaftlich über seine Verhältnisse belastet wird.

Unfallfrei im Kaufvertrag vom Händler

Welche Pflichten hat der Händler, wenn er ein Fahrzeug als "unfallfrei" weiterverkauft.

Grundsätzlich sollte man als Käufer eines Gebrauchtwagens davon ausgehen, dass dieser frei von Unfallschäden ist, wenn er so angeboten wird.

Aber, Vorsicht! Der Händler ist laut Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 19.06.2013 VIII ZR 183/12, nicht verpflichtet beim Ankauf eines Gebrauchtfahrzeugen, dass bei einer Sichtprüfung keine offensichtlichen Schäden aufweist, eine Reparaturhistorie beim Hersteller einzuholen.

Der BGH entschied, dass eine äußere fachmännische Sichtprüfung beim Ankauf eines Fahrzeugs ausreiche.

Des Weiteren besteht auch kein Auskunftspflicht gegenüber dem Käufer, dass keine Einsicht in die Reparaturhistorie des Fahrzeugs genommen wurde. Es sei denn der Verkäufer hat sich gegenüber dem Käufer dazu vorab verpflichtet.

Im vorliegenden Fall hatte die Käuferin eines Fahrzeugs den Gebrauchtwagenhändler auf Rückabwicklung des Kaufvertrages verklagt, da sich im Nachhinein herausgestellt hatte, dass das als unfallfrei verkaufte Fahrzeug Vorschäden hatte.